"Ich habe relativ wenig Angst. Einfach so. Punkt!", sagte Elfi
Hartenstein in einem Interview. Genau das kann man auch von der
Hauptheldin Ihres Buches Moldawisches Roulette Pia Ritter sagen,
die sich ohne Angst - wenn auch ungewollt - in die größten kriminellen
Abenteuer stürzt.
Die Autorin Elfi Hartenstein, Dozentin für das
Goethe-Institut, lebte zwei Jahre lang in Moldowas Hauptstadt Chişinau,
um moldawischen Studenten am dortigen Institut für Sprache und Literatur
der Akademie der Wissenschaften die deutsche Sprache
beizubringen; sie selbst lernte während dieser Zeit moldawisch, alle
Achtung! Im Buch klagt die Autorin darüber, dass es keine Reiseführer
über Moldowa* gibt. Wahr ist es. Leider stand ihr, als sie dieses Buch
schrieb, auch noch nicht das überaus informative "Wostok-Spezial Moldowa, Land
am Dnjestr" zur Verfügung, das - wie ihr Buch - 2004 erschien. Sonst hört
und liest man über Moldowa in unseren Medien wirklich herzlich wenig.
Kurz nach Gorbatschows
Regierungszeit allerdings war Moldowa oft in den Schlagzeilen,
als Beispiel dafür, wie ein klassisches Weinland seiner
Antialkoholkampagne zum Opfer gefallen war; ganze Weinberge hatte man damals in Moldowa (und nicht nur dort) vernichtet.
Von zwei Millionen Tonnen Weintrauben wurden nur noch etwa 400 000
Tonnen geerntet; die meisten Betriebe wurden gezwungen, auf Saftprodukte
umzusteigen. Zur Zeit der "
Gorbatschowschen Perestroika fegte die
Antialkoholkampagne wie ein Tornado über die Republik". ("Wostok-Spezial")Moldawisches Roulette
ist ein spannender Kriminalroman über eine deutsche Lehrerin, die ins
Visier der
Politmafia gerät, weil sie sich ein bisschen zu sehr für Land
und Leute interessiert. Mich hat gerade beeindruckt, dass man aus Elfi Hartensteins Buch so viel erfährt über
Land und Leute der ehemaligen Moldawischen Sozialistischen Sowjetrepublik, die im August 1991
ihre Unabhängigkeit erklärte. Heute ist sie von den ehemaligen fünfzehn
Sowjetrepubliken die ärmste. Was einen von Elfi Hartensteins Buchhelden sagen lässt:
"Demokratie hin oder her. Und natürlich wollten wir alle frei sein. Bloß
lässt sich leider nicht leugnen, dass es uns in Unfreiheit und unter den
Kommunisten besser ging." Prompt haben dann in Moldowa auch
bei den letzten Parlamentswahlen (im März 2005) die Kommunisten gesiegt;
die als "pro-europäisch" geltende Partei von Präsident Wladimir Woronin
sicherte sich 46,1 Prozent der Stimmen.
Elfi Hartensteins Krimistory mit Geldwäsche, dem Handel mit Waffen und
Drogen, mit Prostitution, Korruption, der
Mafia und dem
KGB, mit Bombenattentaten
auf das Spielcasino Seabeco (dem Treffpunkt "der oberen Unterwelt")
und auf die Banca de Economii, einem hochkarätigen Diebstahl aus dem
ehemaligen Weinkeller von Hermann Göring, mit einigen Morden,
Erpressung und Wirtschaftskriminalität... Verständlich, dass die
Ich-Erzählerin Pia Ritter das Gefühl hat, "in ein Puzzle geraten zu
sein, dessen Dimensionen ich bisher nicht im Traum erahnt habe und
wahrscheinlich niemals ganz erfassen werde".
Einen ganz besonderen Reiz übt der Roman auch dadurch
aus, dass die Autorin in der Gestalt der Pia Ritters so viel von sich
selbst preisgibt: dass sie sich liebend gerne aus einem geregelten
Tagesablauf ausklinkt und gern alles auf den Kopf stellt; "Bei
Gleichförmigkeit gehe ich ein." Dass sie am meisten die Tage liebt, die
es ihr gestatten, in Ruhe in Gang zu kommen. Dass sie mit einem
Bücherstapel neben dem Bett eine ganze Menge grauer Tage überstehen
kann. Dass sie unfähig ist, sich auf Dauer einem bestimmtem Rhythmus
anzuvertrauen. Dass ihr das Kofferpacken verhasst ist, obwohl sie so
gerne unterwegs ist. Dass sie viel raucht, zu viel Kognak trinkt, zu
wenig schläft. Dass sie in Deutschland einen Geliebten hat, in Odessa
einen alten Freund, in Österreich einen guten Bekannten, in den
Niederlanden einen nicht ganz so alten Bekannten. Sie alle und noch viel
mehr (Moldawier meist) gehen mit ihr auf Verbrechersuche, und einige
davon retten sie aus dem Schlamassel, das darin besteht, dass die
Mafia
sie in ein unterirdisches Gefängnis gesperrt hat, das erst 1996 wieder
entdeckt wurde - als zugemauerter unterirdischer
Gulag aus
Stalins Zeiten. Von ihrer moldawischen Freundin Tamara wird sie - wieder
wohlbehalten bei den Ihren - aufgeklärt: "Dass es Deportationen gegeben
hat, weißt du ja wohl, Pia, aber die Ausmaße kannst du dir
wahrscheinlich nicht vorstellen. (...) Es gibt eine Dunkelziffer von etwa einer
Million Menschen, die nach Ende des
Großen Vaterländischen Krieges,
genauer gesagt nach 1944, verschwunden und nie wieder aufgetaucht sind.
(...) Eine Million Menschen - (...) das sind etwa 25 Prozent der
Vorkriegsbevölkerung."
In ihrem Nachwort schreibt Steffi Hartenstein,
dass ihre volle Bewunderung den Menschen gehöre, die sie in der Stadt
und auf dem Land getroffen habe. "Ich meine damit nicht das neureiche
Stammpublikum der Nobelrestaurants, dem die alte wie auch die neue
Schattenwirtschaft es erlaubt, sich protzige, hochgesicherte Villen
hinzustellen - wie etwa im Chişinauer
Stadtviertel Telecentro - , sich die Schränke mit Designerklamotten
vollzuhängen, Neuwagen mit Luxusausstattung zu fahren und im Urlaub nach
Zypern oder an die Riviera zu fahren. - Mindestens 95 Prozent der
Bewohner dieses Landes sind von dieser Entwicklung ausgeschlossen. Sie
kämpfen darum, auf legalem Weg wenigstens den Lebensstandard, den sie
vor dem Zerfall der
Sowjetunion einmal
hatten, wiederzuerlangen (...) Trotzdem ist mir bei uns im Westen nirgendwo je so
viel Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft begegnet wie dort in
Moldawien [Moldowa], so viel
sprichwörtlicher Überlebensmut."
Elfi Hartenstein, 1948 in Starnberg geboren, studierte Germanistik und
Geschichte. Sie ist seit 1989 freiberufliche Autorin, Übersetzerin,
Lektorin und Ghostwriter in Regensburg, und weilte als Dozentin nicht
nur in Moldowa, sondern auch in Rumänien, der
Ukraine,
in Kasachstan und
in
Kyrgysstan. Marcel Reich-Ranicki, dem sie sich 1985 im
Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt stellte, nannte sie eine
begabte Frau, "aber leider behandelt sie immer die falschen Themen". Ich
finde, dass Elfi Hartenstein sowohl mit ihren älteren Büchern (z. B. dem
Fachbuch "Sanft heilen mit Bienen-Produkten" - ihr Großvater war Imker -,
"Frauen im goldenen Käfig", "Jüdische Frauen im New Yorker Exil", "Fünf
Geschichten mit Herbst") als auch mit ihrem neuesten Buch
Moldawisches Roulette durchaus richtige Themen wählt!
Allerdings: Beklagt Elfi Hartenstein in
ihrem Kriminalroman, dass es keine ausländischen Zeitungen gibt, dass in
den Haushalten oft der Strom ausfällt, dass man Monate lang kein warmes
Wasser hat, die
Mafia in Moldowa wütet - "nicht ganz so stark wie in
Rumänien oder der Ukraine", dass Chişinau trist und
öde ist und "Dazu kommt die ständige Angst, man könnte überfallen und
ausgeraubt werden.", so ist darüber im "Moldowa-Spezial"
so gut wie nichts zu
lesen. Ich habe nicht den Eindruck, dass in diesem Heft gelogen wird,
aber - es wird doch einiges weggelassen; denn schließlich will
Moldowa, Land am Dnjestr Touristen nach Moldowa locken. Und das zu
Recht - wie mir scheint... Dieses
"Spezial", vorrangig von Moldawiern geschrieben, ist sehr kenntnis- und
aufschlussreich: Es behandelt
-
die Multinationalität Moldowas. (Mihai Mihailov schreibt über Ukrainer, Russen, Juden,
Zigeuner, Armenier, Polen, Türken, Gagausen, Deutsche, Iraner, Litauer, Letten, Bergjuden, Pakistaner, Griechen, Tschetschenen, Bulgaren,
Tataren, Belarussen, Esten
und Moldawier - nur 64 Prozent der Gesamtbevölkerung - sogar Afrikaner haben in Moldowa eine
Landsmannschaft - sind Moldawier.)
- die
Traditionen, Sitten und Bräuche. (So ist eine moldawische Hochzeit ohne
Verlobung undenkbar, und zur Hochzeit spricht die Mutter der Braut zu
ihrem Schwiegersohn: "Ich habe mein Kind gesund und lebenslustig wachsen
lassen, ich möchte, dass es neben dir so bleibt." Es werden von Dumitru Crudu auch die
Familientraditionen erklärt, die Bräuche bei Geburt, Hochzeit und Tod,
Kalenderbräuche, Spiele mit Tiermasken und das Volkstheater.)
- die Geschichte Moldowas. (Die jüngere
Geschichte ist die Geschichte wechselnder Zugehörigkeit zum Russischen
Reich, zu Rumänien und zur Sowjetunion. "Außer den [historischen]
Bessarabiern - [Bessarabien nannte man das moldawische Gebiet zwischen Prut und Dnjestr] - hat kein einziges Volk der Welt so oft an der eigenen
Haut gespürt, was es heißt, in einem Land schlafen zu gehen und in einem
anderen aufzuwachen", schreibt Iurie Colessnic in seinem Beitrag.)
Moldawien gilt als der ärmste Staat Europas: Hier liegt das
Pro-Kopf-Einkommen bei 710 Dollar im Jahr.
- die
Religions- und Kirchengeschichte. (Iurie Colessnic erläutert die vier Phasen
der letzten zwei Jahrhunderte nach der Herrschaft des Osmanischen
Reiches; bis heute gibt es Auseinandersetzungen zwischen der Bessarabischen Eparchie und dem Moskauer Patriarchat. Es ist von
Altgläubigen die Rede, von der Sekte der Milchesser, den Leugnern des
Heiligen Geistes, den Geißlern, den Skopzen (Sie weigerten sich, für den
Zaren zu beten.)... Allein in den letzten zwölf Jahren ist die Zahl der
Kirchen von 280 auf über tausend angewachsen, gegenwärtig ist sogar eine
Moschee im Bau.)
- die Mönchwerdung eines ehemaligen
Schriftstellers schildert Dumitru Crudu. (Mönch Hierodiakon Savatie hat
Computer und Internetanschluss. "Mönch zu sein", sagt er, "heißt nicht,
unabhängig vom Alter, ungebildet und rückständig zu sein." Interessant
das Eingeständnis, dass gegenwärtig in Moldowa die Weihung und Segnung
von kostbaren Neuerwerbungen üblich sei. Und so werden Wohnungen, Autos,
Büros und andere Gebäude bis hin zu Handelskiosken geweiht und gesegnet
- "weil einem all dies kein Glück bringt, wenn es nicht von einem
Geistlichen mit gesegnetem Wasser geweiht ist".)
- die moldawischen Klöster. ("Eine Reise
durch Moldowa", meint Jelena Schatochina, "könnte auch
als Reise durch die 500jährige Kirchenarchitektur angelegt werden. Als
eines der schönsten und nach seinem Grundriss und seiner Ausführung
grandiosesten Felsenklöster gilt das Tipowa aus dem 17. Jahrhundert.
"Beim Bau einer Kirche wurde zum Beispiel sehr oft ein originelles
System, wie die Geschoßdecken, eingearbeitett, das
später unter dem Begriff `moldawisches Gewölbe´ bekannt wurde.)
- die Hauptstadt Chişinau, die früher
Kischinjow hieß. (Bei Elfi Hartenstein düster und trostlos, bei Britta
Wollenweber, Redakteurin bei "Wostok", "unspektakulär, aber überaus
sympathisch. Eine stille Provinzstadt - ja, als solche mag Chişinau
beschreiben, wer sich nie in diesem Gewusel um Busbahnhof und Markt
verloren hat". Chişinau
lockt mit einigen schönen Museen, wunderbaren Parks, gibt sich
großstädtisch am `Tag der Stadt´ - oder dem `Tag der Weihe der Chisinauer Kathedrale´, wie das Stadtfest heute heißt - und zeigt sich
in bunter Farbenpracht zum Nationalen Weinfest, das seit zwei Jahren
gefeiert wird.")
- den moldawischen
Wein. (Die ersten Hinweise für den Weinanbau in Moldowa stammen aus dem
7. und 8. Jahrhundert v. u. Z. Wissenschaftler streiten darüber,
ob der Drakerkönig Burebista - 82 bis 44 v. u. Z. - die
Weinplantagen an den Grenzen seines Reiches zerstören lies, um wilde
Nomadenstämme vom Einfall ins Land abzuhalten oder ob er - wie später
Gorbatschow - seinen "Untertanen" das Trinken abgewöhnen wollte... Die
Autorin Viktoria Akimowa plaudert in diesem Beitrag auch über den Wein
als Gesundmacher und über die Klassifizierung der moldawischen Weine.)
- das Leben der Weinbäuerin Maria
Slobozeanu und Moldowa als Agrarland - beschrieben von Inna Jeltowa.
- das Leben in Transnistrien. (Der
Landstrich Transnistrien - auf der Landkarte nicht verzeichnet - hat im Jahre 1991 seine Unabhängigkeit als
Transnistrische Moldawische Republik erklärt, auch aus Angst, dass sich
Moldowa Rumänien anschließen könnte. Das nicht anerkannte Transnistien hat sich
eine Staatsflagge - mit Sowjetstern, Hammer und Sichel auf rot-grünem
Grund und ein Staatswappen gegeben und eine eigene Währung
(den Transnistrischen Rubel) eingeführt. Vasile Botnaru schreibt über
Transnistrien, über die "halb sozialistische, oder
sollte man sagen: noch nicht ganz kapitalistische Republik Transnistrien.
(...) Was ist dieses Transnistrien? Ein 4 163 Quadratkilometer großes
Gebiet mit 851 Kilometer Grenze. Es ist Heimat von 750 000 Menschen,
davon 34 Prozent Moldawier. Der Autor beschreibt das schlechte Image
Transnistriens. [Es sollen über die Grenze des Nicht-Staates
Transnistrien Waffen und Munition für die afrikanischen Kriege, Drogen
für die Süchtigen Europas, Prostituierte für den Westen, Luxusautos für
den Osten geschmuggelt werden. Ab Dezember 2005 will
Brüssel Zollbeamte und Grenzschützer aus den Staaten der Europäischen
Union nach Moldawien schicken. Diese auf zwei Jahre veranschlagte
Moldawien-Mission ist die erste Grenzmission der Union in einem
Nachfolgestaat der Sowjetunion.
- das keineswegs schlechte Image Transnistriens.
(Britta Wollenweber schreibt, das zwar das Image Transnistriens schlecht
sei, aber das dies wohl doch der andauernden Konkurrenz zwischen dem
linken und dem rechten Djestrufer, geschuldet sei. "Die Jugend, die hier
engagiert ist, hat Ziele, trinkt nicht und nimmt keine Drogen.")
- die moldawische Holzschnitzkunst (von
Jelena Schatochina), die Handarbeiten (die Stickkunst der Frauen und das
Holzschnitzen, Töpfern, Flechten mit Weidenruten und die
Lederbearbeitung der Männer (von Alena Ogneva).
- die wunderschönen Parks, die Hegewälder
und Schutzgebiete, ein Beitrag von Jelena Schatochina. ("Man wird in Moldowa (...)
keine zwei identischen Parklandschaften finden.")
- die Auswanderung der Moldawier. ( Nikolau
Misail schreibt, dass einerseits etwa eine Million Menschen die Republik Moldowa
verlassen habe, um im Ausland zu arbeiten und andererseits Moldawier ihr Leben als
freie Bauern ("Farmer", wie man in Moldawien sagt) zu fristen.
- die herrliche Festung Soroca, von der
Britta Wollenweber als von einer wuchtigen Zitadelle aus dem 16.
Jahrhundert schwärmt.
- die moldawische Küche mit ihren Walnüssen als
hiesige nationale Spezialität. Sascha Mentschikowa beschreibt, was man
aus den moldawischen süßen Nüssen alles zaubern kann und was man in
Moldowa überhaupt so isst.
- das moderne Leben auf der Theaterbühne.
(Dumitru Crudu: "Die Regisseure greifen nicht nur gesellschaftliche
Stimmungen auf, sondern widmen sich sehr realen Fragen der Identität,
des Bürgerkrieges und seiner Folgen, des Mädchen- und Frauenhandels."
Auch bei der modernen Kunst, meint der Autor, habe man "dem
Traditionalismus abgeschworen".)
Auf acht Seiten hat die Redaktion mit Hilfe
der Botschaft der Republik Moldowa in Deutschland (Berlin) außer den
interessanten Autoren-Beiträgen Wissenswertes
von A bis Z zusammengestellt. Es geht um Einreiseformalitäten,
Geographie und Klima, Reiseveranstalter, nützliche Telefonnummern,
Medizinische Versorgung, Trinkgeld, Transport, Hotels und
Übernachtungen, Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten, Oper, Theater,
Kunst, Kino, Kunstsalons, Weinkellereien und vieles mehr, zum Beispiel
auch um Kriminalität und Sicherheit. Nach Elfi Hartensteins Krimi ist beruhigend zu lesen: "In Moldowa
ist seit der Unabhängigkeit ein Anwachsen der Kriminalität zu
beobachten. Doch betrifft diese Kriminalität, über die auch in
westlichen Medien immer wieder berichtet wird, in den seltensten Fällen
Touristen..."
Die Zeitschrift "Wostok" bringt in
regelmäßigen Abständen sehr informative "Spezials" über spezielle Gebiete der
Sowjetunion. Das "Spezial" über Moldowa ist besonders lesenswert, weil
auch der an der ehemaligen Sowjetunion Interessierte über Moldowa
ansonsten wenig erfährt. Hier liest man Interessantes über alle Lebensgebiete; die
Beiträge sind außerordentlich informativ und lesen sich gut. Kritisch
anzumerken ist, dass nicht alle Bilder mit Bildunterschriften versehen
sind (was mir auch bei anderen "Spezials" schon aufgefallen ist.).
Anfreunden kann ich mich auch nicht mit der oberen "Schmuck"leiste, bei
der auch mit viel gutem Willen nicht auszumachen ist, was diese
darstellen soll. Nicht korrekt ist, dass die Hauptstadt in
Moldowa, Land am Dnejstr stets mit einem "s" geschrieben ist, statt
mit einem "ş" (richtig ist Chişinau, nicht Chisinau). Und: bei "Wostok"
habe ich bisher noch nie falsche Abtrennungen entdeckt, außer diesmal in
dem Beitrag "Sich regen bringt Segen...", wo jedes Mal Sow-chose falsch
abgetrennt ist (richtig: So-wchose). Das nun sollte bei einer Redaktion,
die des Russischen mächtig ist, nicht passieren.
Trotz der kleinen Misshelligkeiten eine
außerordentlich gut gelungene Broschüre.
|